Empfehlungen zum Umgang mit Corona

1. April 2020

Zweite Videobotschaft von Stefan Klett und Andrea Milz

Ein wichtiges Zeichen für den Sport in Nordrhein-Westfalen: Das Land NRW hat mit einem Zehn Millionen Euro Hilfsprogramm nun auch gemeinnützige Sportvereine im Blick, die nicht unternehmerisch tätig sind. In einer zweiten Videobotschaft informieren Sportstaatssekretärin Andrea Milz und Landessportbund-Präsident Stefan Klett über das vom Landtag NRW beschlossene Hilfsprogramm für den Sport in NRW in der Corona-Krise:

Darüber hinaus sagt die Sportstiftung NRW erfreulicherweise die finanzielle Förderung der olympischen und paralympischen Athlet*innen weiterhin bis zum Ende des Jahres zu. Für die paralympischen Trainer*innen, die ebenfalls von der Sportstiftung NRW gefördert werden, gilt dies sogar bis Ende 2021, über den olympischen Zyklus hinaus.

“Der Landessortbund hat zudem in Abstimmung mit der Landesregierung beschlossen, dass auch die Trainer*innen der olympischen Fachverbände über den olympischen Rhythmus hinaus – bis Ende 2021 – gefördert werden”, so Stefan Klett.

 


27. März 2020, 18:23 Uhr

Schreiben des LSB-Vorstandes:

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kollegen*innen in den Fachverbänden und Bünden,
wir hoffen, dass Sie die Woche gesund überstanden haben! Im Folgenden knüpfen wir an unsere Information vom 19.03.2020 an.

1. Zugang von Sportvereinen und -verbänden zu Hilfsprogrammen

Wir hatten u. a. zugesagt, dass wir alles daran setzen werden, Vereine mit ihren unterneh-merischen Tätigkeiten Zugang zu den staatlichen Hilfspaketen zu verschaffen! Das ist nach einer Woche voller Gespräche auf Bundes- und Landesebene nun erreicht. Die folgende Pressemeldung der Staatskanzlei von heute informiert Sie ausführlich https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/hilfe-fuer-den-sport-nrw-rettungsschirm-auch-offen-fuer-uebungsleiter-und. Außerdem erhalten Sie aktuelle Informationen unter https://www.wirtschaft.nrw/nrw-soforthilfe-2020, diese Seite wird im Moment kontinuierlich aktualisiert. Das ist ein großartiger Erfolg für uns alle und ein wichtiger Schritt, um wirtschaftliche Notsituationen durch die Coronakrise in vielen Tausend Sportvereinen in NRW abzuwenden! Antragsberechtigt sind natürlich auch Sportverbände! Außerdem ist der Zugang für selbständige Trainer- und Übungsleiter, die für Sportvereine tätig sind, gegeben.

Bitte behalten Sie gemeinsam mit uns Folgendes im Blick: Das Hilfsprogramm soll bei der Sicherung der wirtschaftlichen Existenz und Überbrückung von akuten Finanzierungseng-pässen im unternehmerischen Bereich der Vereine dienen. Ausfälle von Mitgliedsbeiträgen zählen dazu z. B. nicht! Eine Orientierungshilfe, welche Einnahmen und Ausgaben dem un-ternehmerischen Bereich von Vereinen zuzuordnen sind, finden Sie in unseren FAQ zum Thema Coronakrise unter www.lsb.nrw. Welche weiteren Voraussetzungen an eine finanziel-le Hilfe geknüpft werden, entnehmen Sie bitte der o. g. Website. Bei Vorliegen der Voraus-setzungen können Sportvereine und -verbände einen einmaligen, nicht rückzahlbaren Zu-schuss von 9.000,- bis 25.000,- Euro erhalten, der nach der Zahl der Beschäftigten gestaffelt wird. Das Antragsverfahren ist ausschließlich online auf der o. g. Website durchführbar.

2. Weitere Hilfen

Nicht alle Vereine und Verbände werden von der o. g. Hilfe profitieren können, aus welchen Gründen auch immer. Deswegen befinden wir uns weiter in intensiven Gesprächen mit unseren politischen Partnern in der Landesregierung über die Bildung eines zusätzlichen Hilfsfonds.
Die finanziellen Hilfen für den organisierten Sport werden am Ende idealerweise aus mehreren Bausteinen bestehen. Neben dem unter 1. beschriebenen Hilfspaket und einem möglichen Hilfsfonds zählt dazu auch das Hilfsinstrument der Kurzarbeit. Weiterhin sind in dieser Woche auch die Kreditprogramme der KFW und der NRWbank angelaufen. Hierzu fehlen uns noch detaillierte Informationen. Wir bleiben dran!

 


27. März 2020
Pressemitteilung der NRW-Staatskanzlei:

„Es ist eine gute Nachricht, dass aus dem von Bund und Land aufgespannten Rettungsschirm sowohl gemeinnützige Sportvereine, die einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb unterhalten, als auch freiberufliche Trainerinnen und Trainer sowie Übungsleiterinnen und Übungsleiter, die diese Tätigkeit als Haupterwerb betreiben, als gemeinnützige Unternehmen oder als Soloselbstständige antragsberechtigt sind“, sagt Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt Andrea Milz.

Betroffene können über die NRW-Soforthilfe 2020 ab Freitagmittag (27. März 2020) finanzielle Unterstützung durch das Land Nordrhein-Westfalen beantragen (www.wirtschaft.nrw/corona).

Trainerinnen, Trainer, Übungsleiterinnen, Übungsleiter

Die Trainerinnen und Trainer beziehungsweise Übungsleiterinnen und Übungsleiter bilden das zentrale Rückgrat der Sportvereine. Durch umfassende Aus- und Weiterbildung sind sie die Garanten für ein hochqualitatives Angebot für Menschen aller Altersstufen – besonders im Gesundheitssport mit seinen präventiven, rehabilitativen, integrativen sowie inklusiven Aspekten. Zahlreiche Trainerinnen und Trainer beziehungsweise Übungsleiterinnen und Übungsleiter bestreiten zumindest Teile ihres Lebensunterhaltes durch Tätigkeiten in einem, häufig aber auch in mehreren Sportvereinen. Durch die Einstellung des sportlichen Lebens und die Schließung sämtlicher Sport, Spiel- und Freizeitanlagen ist die Tätigkeit der Übungsleiterinnen und Übungsleiter eingestellt und deren Einnahmemöglichkeiten sind schlagartig weggebrochen.

Sportvereine

Trotz ihrer Gemeinnützigkeit sind viele der 18.300 Sportvereine in Nordrhein-Westfalen auch unternehmerisch tätig, zum Beispiel in steuerbegünstigten Zweckbetrieben, in der steuerbegünstigten Vermögensverwaltung, wie zum Beispiel durch Verpachtungen und schließlich auch in voll steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben. Letztere dienen häufig auch dazu, den ideellen Tätigkeitsbereich mitzufinanzieren.

Im unternehmerischen Bereich erleiden die Sportvereine mit der vollständigen Einstellung des Sportbetriebes seit dem 16.März 2020 massive Einnahmeverluste. Dem stehen in vielen Vereinen Fixkosten gegenüber wie zum Beispiel Mieten oder Personalkosten. Da die Vereine als gemeinnützige Organisationen nur in begrenztem Umfang Rücklagen bilden dürfen, können sie sehr schnell in Zahlungsschwierigkeiten und damit in Insolvenzgefahr geraten.

Darüber hinaus besteht für Vereine, die eine wirtschaftliche Tätigkeit ausüben, die Möglichkeit Kurzarbeitergeld zu beantragen. Das Kurzarbeitergeld kann wirkungsvoll dazu beitragen, voll- und teilzeitbeschäftigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Vereinen vor Entlassung und Arbeitslosigkeit zu schützen und die Personalkosten der Vereine zu senken.

Weitere Informationen zum Kurzarbeitergeld finden Sie hier.
Dazzu hat auch der LSB ein Merkblatt mit Informationen für Vereine harausgegeben:

Weitere Informationen sowie das Antragsformular zur Soforthilfe finden Sie unter: www.wirtschaft.nrw/corona

 


 

21. März 2020

Videobotschaft von Stefan Klett und Andrea Milz

Landesregierung NRW und Landessportbund NRW erarbeiten gemeinsam Lösungen, die so unbürokratisch wie möglich sein sollen.

LSB-Präsident Stefan Klett und Sportstaatssekretärin Andrea Milz richten sich in der Coronakrise mit einer Videobotschaft an den organisierten Sport in NRW:

 

Für die zahlreichen aktuellen Fragen der NRW-Sportvereine, -bünde und -verbände hat der Landessportbund NRW die zentrale Mailadresse VIBSS@lsb.nrw eingerichtet. Die dort eingehenden Fragen sind mitsamt Antworten in einem FAQ-Katalog auf der LSB-Website zu finden.

Weiterhin steht Ihnen bis auf Weiteres montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 0203 7381-777 eine telefonische Beratung beim LSB zur Verfügung.

Hilfsfonds für Härtefälle

Kurzfristige erkennbare existenzielle Notlagen von Vereinen können an Vereinsnotfall@lsb.nrw unter Angabe der Vereinsnummer gemeldet werden. Dazu eine Bitte des Stadtsportbundes: Über die Mailadresse info@ssb.ms den SSB bitte stets in Kopie nehmen – Vielen Dank!

 

 


19. März 2020, 11:00 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Sportfreundinnen und Sportfreunde,

Aufgrund der Corona-Krise erreichen uns vermehrt Anfrage zum Ausfall von Kursangeboten und dem Umgang mit Kursgebühren ebenso wie zum Thema Lohnfortzahlung für Mitarbeiter oder Honorarkräfte.

Hier möchten wir Ihnen natürlich auch so gut es uns möglich ist mit Informationen unter die Arme greifen. Da wir aber auch nicht alles neu erfinden müssen, verweisen wir an dieser Stelle gerne auf den Landessportbund, der für viele Themen auf seiner Seite ein FAQ bereitgestellt hat. Dieses finden Sie unter https://www.vibss.de/vereinsmanagement/ablage-slider/coronavirus-covid-19-sars-cov-2/

Nichts desto trotz haben wir einige ausgewählte Aspekte an dieser Stelle herausgegriffen, um sie Ihnen direkt zur Verfügung zu stellen:

 

Durch den Erlass ist klar, dass alle Gruppenstunden ausfallen müssen. Wie sieht es mit Einzeltrainerstunden aus?

Nach dem Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen in der derzeit aktuellen Fassung vom 17.03.2020 sind unter anderem folgende Angebote bzw. Einrichtungen zu schließen bzw. einzustellen:

Jeglicher Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagensowie alle Zusammenkünfte in Vereinen, Sportvereinen, sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen ab dem 17.03.2020.

Hiernach wird nicht differenziert zwischen Mannschafts-, Gruppen- oder Einzeltraining. Ziel der angeordneten Maßnahmen ist es, jegliche unnötigen Sozialkontakte zu vermeiden, um eine schnelle Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Dies gilt auch für die mit dem Besuch einer Sportanlage verbundene An- und Abreise und mögliche Kontakte in Umkleideräumen. Nach hiesiger Ansicht lässt der Erlass keine differenzierende Auslegung zu. Die Sportvereine sollten der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und die Anordnungen der Behörden konsequent umsetzen.

Welche Rechte haben die Mitglieder, wenn der Sport- und Trainingsbetrieb eingestellt wird?

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat am 15.03.2020 per Erlass verfügt, dass alle Sportangebote ab sofort einzustellen sind. Das Verbot gilt zunächst bis zum 19. April 2020 (Quelle: www.land.nrw/de/pressemitteilung/landesregierung-beschliesst-weitere-massnahmen-zur-eindaemmung-der-corona-virus). Vereinsvorstände stellen sich die Frage, ob die Einstellung des Sport-, Spiel- und Trainingsbetriebs Auswirkungen auf die Rechte und Pflichten der Mitglieder haben, insbesondere, ob die Mitglieder die Mitgliedschaft kündigen oder den Beitrag mindern können. Der Beitrag stellt nach den vereinsrechtlichen Grundsätzen kein Entgelt dar, sondern ist die satzungsmäßige Verpflichtung der Mitglieder, damit der Zweck des Vereins verwirklicht werden kann. Der Beitrag ist danach grundsätzlich kein Entgelt für die Leistungen des Vereins. Insofern gilt auch nicht der bereits angesprochene Grundsatz, dass bei Wegfall der Leistung auch die Pflicht zur Gegenleistung entfällt. Der Beitrag dient insbesondere dazu, die laufenden Kosten des Vereinsbetriebs zu decken. In der Regel sind die Beiträge knapp kalkuliert und berücksichtigen Kosten, die ganzjährig anfallen wie zum Beispiel Verbandsabgaben und Versicherungsbeiträge. Insofern dürfte es nicht gerechtfertigt sein, den Beitrag zu mindern. Dieselben Argumente dürften für die Beantwortung der Frage nach einem Sonderkündigungsrecht herangezogen werden können. Mit der Mitgliedschaft im Verein soll grundsätzlich eine langfristige Verwirklichung des Vereinszwecks verfolgt werden. Die Einstellung des Sportbetriebs für einen zunächst überschaubaren Zeitraum dürfte danach grundsätzlich noch nicht dazu führen, ein Sonderkündigungsrecht anzunehmen. Anderes könnte gegebenenfalls für sogenannte Kurs- oder Zeitmitgliedschaften gelten.

Müssen Mitarbeiter*innen vergütet werden, wenn der Sport- bzw. Trainingsbetrieb eingestellt wird bzw. Sportveranstaltungen abgesagt werden?

Es lässt sich keine generelle Aussage zum Umgang mit Vergütungsansprüchen von Mitarbeiter*innen treffen, wenn zum Beispiel der Sport- bzw. Trainingsbetrieb oder Veranstaltungen abgesagt werden. Die Folgen bei Nichtbeschäftigung hängen zum einen vom Status und zum anderen von den vertraglichen Vereinbarungen ab. Es lässt sich allenfalls folgende grobe Orientierung geben:

  • Ehrenamtlich Tätige mit Anspruch auf konkreten Aufwendungsersatz:
    Da lediglich der tatsächlich angefallene Aufwand ersetzt wird, dürften hier Zahlungsansprüche entfallen.
  • Ehrenamtlich Tätige mit Anspruch auf eine pauschale Aufwandsentschädigung im Rahmen des Übungsleiterfreibetrages oder Ehrenamtsfreibetrages:
    Hierbei kommt es auf die vertragliche Situation an. Vielfach sehen die Vereinbarungen vor, dass ehrenamtlich Tätige eine pauschale Aufwandsentschädigung erhalten, wenn sie tätig geworden sind (z.B. je Übungsstunde). Fällt die Übungsstunde aus, dann entfällt auch die pauschale Aufwandsentschädigung. Anders könnte es sein, wenn fortlaufend eine pauschale Aufwandsentschädigung vereinbart ist (z.B. monatlich 200 € oder 60 €). Hier ist die Rechtslage nicht eindeutig. Wenn die Zahlung als pauschale Aufwandsentschädigung vereinbart wurde, dann könnte argumentiert werden, dass bei Nichtanfallen des Aufwands auch der Zahlungsanspruch entfällt. Ansonsten müsste das Vertragsverhältnis beendet werden.
  • Mitarbeiter*innen sind im Rahmen eine Arbeitsverhältnisses tätig:
    Zwar gilt der Grundsatz “Ohne Arbeit keinen Lohn”. Von diesem Grundsatz existieren im Arbeitsrecht aber zahlreiche Ausnahmen. Eine solche Ausnahme stellt zum Beispiel die Störung des Betriebsablaufs dar. Das Risiko, Arbeitnehmer*innen nicht beschäftigen zu können, trägt danach der Arbeitgeber (sogenanntes wirtschaftliches Risiko und Betriebsrisiko). Soweit Arbeitnehmer*innen ihre Arbeitskraft anbieten, haben sie einen Vergütungsanspruch gegen den Arbeitgeber. Gegebenenfalls kann der Verein mit arbeitsrechtlichen Maßnahmen reagieren oder sozialversicherungsrechtliche Angebote nutzen, wie zum Beispiel das Kurzarbeitergeld. Arbeitsrechtlich kann auch eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses in Betracht kommen. Hierbei sind aber Kündigungsfristen zu beachten. Ein Grund für eine außerordentliche und fristlose Kündigung dürfte wohl nicht vorliegen.
    Bei einer Kündigung ist ferner zu beachten, ob allgemeiner oder besonderer Kündigungsschutz gilt. Beim allgemeinen Kündigungsschutz muss die Kündigung sozial gerechtfertigt sein. In Betracht käme hier eine betriebsbedingte Kündigung. Voraussetzung ist dabei ein dauerhafter Wegfall der Weiterbeschäftigungsmöglichkeit aufgrund betrieblicher Gründe. Gegebenenfalls hat eine Weiterbeschäftigung im Unternehmen an anderer Stelle Vorrang vor der Kündigung. Im Übrigen gilt der allgemeine Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz nur für Arbeitnehmer*innen in Betrieben ab einer bestimmten Größenordnung und nach mindestens sechsmonatiger Betriebszugehörigkeit (vgl. §§ 1 Abs. 1, 23 Abs. 1 Kündigungsschutzgesetz). Ein besonderer Kündigungsschutz gilt zum Beispiel für Schwangere oder schwerbehinderte Arbeitnehmer*innen.

Fragen rund um Kündigungsmöglichkeiten von Arbeitnehmer*innen hängen von den Umständen des Einzelfalles ab und müssen individuell geprüft werden. Es empfiehlt sich, einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin mit diesen Angelegenheiten zu betrauen.

Es besteht ein Vertrag über eine selbständige Tätigkeit:
Sagt der Verein von sich aus die Veranstaltung ab, berührt dies grundsätzlich zunächst nicht einen vereinbarten Honoraranspruch. Anders ist das allerdings zu bewerten, wenn die Veranstaltung objektiv nicht durchgeführt werden kann, zum Beispiel wegen eines nachträglichen behördlichen Verbots. Ohne entsprechende Leistung entfällt der Anspruch auf die Gegenleistung, so dass der Vergütungsanspruch des Selbständigen entfällt. Aber auch hier kommt es in erster Linie darauf an, was zwischen den Parteien vertraglich vereinbart wurde, wenn der Vertrag zum Beispiel Stornierungsklauseln enthält.

Gibt es staatliche Hilfen für Sportvereine um etwa Personal, Miete, etc. bezahlen zu können?

Hinsichtlich der Finanzierungshilfen für Personal wird auf die Ausführungen zum Kurzarbeitergeld verwiesen.

Die Bundesregierung plant derzeit ein Hilfsprogramm für die deutsche Wirtschaft, welches steuerliche Liquiditätshilfen und einen Schutzschirm in Form eines Kreditprogramms für Unternehmen vorsieht (Quelle: www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/milliardenhilfen-wegen-corono-1730386). Inwiefern die Programme durch die Sportvereine und Fachverbände in Nordrhein-Westfalen genutzt werden können, bedarf noch der Klärung. da das Programm noch nicht in allen Einzelheiten bekannt ist.
Der Landessportbund NRW arbeitet mit Hochdruck an einer passenden Lösung.

Gibt es finanzielle Unterstützung seitens der Fachverbände/Landessportbund NRW?

Vor dem Hintergrund der Einzigartigkeit der Umstände und der Tatsache, dass die weitere Entwicklung und die Folgen der Corona-Pandemie nicht absehbar sind, kann der Landessportbund Nordrhein-Westfalen zu finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten derzeit noch keine Angaben machen, jedoch arbeitet der Landessportbund Nordrhein-Westfalen mit Hochdruck an einer Lösung. Es wird um Verständnis gebeten. Im Hinblick auf Unterstützungsmöglichkeiten der Fachverbände werden Sie gebeten, sich unmittelbar an die Fachverbände zu wenden.

Absage von Kurs- oder Zeitmitgliedschaften: Sonderkündigungsrecht für Mitglieder? Recht auf Beitragsminderung?

Einige Vereine sehen in ihren Satzungen Kurs- und Zeitmitgliedschaften vor. Oft handelt es sich dabei um eine Mitgliedschaft, die sich auf die Wahrnehmung bestimmter Angebote beschränkt. Allgemeine Mitgliedschaftsrechte wie das Stimmrecht werden vielfach ausgeschlossen. Insofern ist die Situation nicht vergleichbar mit einer ordentlichen aktiven oder passiven Mitgliedschaft. Die Situation dürfte eher mit dem Ausfall von Kursangeboten und Sportveranstaltungen vergleichbar sein. Da die Mitgliedschaft in erster Linie an den Leistungsaustausch anknüpft, könnte hier ein Sonderkündigungsrecht der Mitglieder bzw. eine Wegfall der Beitragspflicht in Frage kommen. Den Vereinen wird empfohlen, auf die Kurs- und Zeitmitglieder zuzugehen und um Verständnis für die besondere Situation zu werben. Gegebenenfalls lassen sich die Angebote nachholen, so dass bereits bezahlte Beiträge angerechnet werden können. Es gibt keine einheitliche Lösung, da vor dem Hintergrund der diversen Ausgestaltungen stets die Umstände des Einzelfalles betrachtet werden müssen.

 


18. März 2020, 11:00 Uhr

Schreiben des Sportamts der Stadt Münster

Sehr geehrte Damen und Herren,

zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus hatte ich Sie über den Erlass des Landes NRW informiert, dass alle städtischen Sporthallen und Sportaußenanlagen/Sportplätze ab sofort für die Dauer der Schulschließungen bis zum 19.04.2020 gesperrt sind (siehe beigefügte Allgemeinverfügung Punkt 2.g). Bitte beachten Sie: Dies gilt ausdrücklich auch für vereinseigene Anlagen.

Diese Anweisung wird augenscheinlich von vielen Sportlerinnen und Sportlern nicht befolgt. Wir bitten noch einmal eindringlich darum, die Sportstätten nicht zu betreten und damit das Zusammentreffen von Personen auf ein absolut notwendiges Minimum zu begrenzen.

Bitte informieren Sie die Sportler/-innen Ihres Vereins nochmals ausdrücklich über das Verbot, Sportstätten zu nutzen.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

gez.
Kerstin Dewaldt
Leiterin des Sportamtes

 


16. März 2020, 14:00 Uhr

Schreiben des Sportamts Münster

Sehr geehrte Damen und Herren,

zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus hat die Stadt Münster beschlossen, alle städtischen Sporthallen und Sportaußenanlagen/Sportplätze ab sofort für die Dauer der Schulschließungen zu sperren.

Bitte informieren Sie die Sportler/-innen Ihres Vereins kurzfristig über diese Sperrung.

Auf Grund eines Erlasses des Landes NRW sind darüber hinaus ab 17.03. bis zunächst 19.04.2020 alle Sportstätten (Sporthallen, Sportaußenanlagen) zu schließen. Bitte beachten Sie: dies gilt ausdrücklich auch für vereinseigene Anlagen.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

gez.
Kerstin Dewaldt
Leiterin des Sportamtes

 


16. März 2020, 12:00 Uhr

Newsletter des Stadtsportbundes

Am Wochenende haben sowohl in der Landesregierung NRW als auch in der Stadt Münster die Krisenstäbe getagt. Für diejenigen, die es am Wochenende aus den Medien noch nicht mitbekommen haben, findet sich im Anhang eine Pressemeldung des Landes.

Was bedeuten die Entscheidungen für den Sport:

  1. Wir fordern alle Sportvereine auf, mit sofortiger Wirkung ihr jeweiliges Sportangebot einzustellen.
  2. Wir fordern alle Sportvereine auf, mit sofortiger Wirkung Ihre Sportstätten zu schließen und auch nicht zur privaten Nutzung offen zu halten.
  3. Wir fordern alle Sportvereine auf, mit sofortiger Wirkung alle nicht-essentiellen Veranstaltungen (inkl. Vorstandssitzungen) abzusagen bzw. auf ein Minimum zu reduzieren oder alternative mediale Wege zu finden (z.B. (Telefonkonferenzen, Beschlussfassungen im Umlaufverfahren), derartige Sitzungen durchzuführen.

Unseres Verständnisses des Erlasses nach gelten die Auflagen ebenfalls für den (Hoch-)Leistungssport, obgleich völlig verständlich ist, dass jene Sportler*innen nicht von 100 auf 0 herunterfahren können. Wir empfehlen diese bis auf weiteres mit individuellen Trainingsplänen auszustatten, die sie notfalls privat ausführen können. Ihre jeweiligen Sportfachverbände haben zu dem Thema jedoch gegebenenfalls zusätzlich Informationen oder Hilfestellungen zur Verfügung.

Wir bauen darauf, dass alle Vereine unserer Forderung nachkommen, damit wir zusammen mit der Stadt Münster und dem Land NRW die Geschwindigkeit der Infektionen eindämmen können. Letztlich dienen alle Maßnahmen dazu, das Gesundheitssystem Deutschlands in einem Zustand zu belassen, in dem es handlungs- und heilungsfähig bleibt. Und es dient dazu, die Risikogruppen in unserer Mitte soweit zu schützen, dass Sie im Falle einer Erkrankung die bestmögliche Betreuung in unseren Krankenhäusern erhalten können.

Rechtlicher Hinweis: Die Stadt wird laut gut unterrichteter Quelle bei nicht-erfüllen dieser Auflagen zu ordnungsrechtlichen Mittel greifen. Wie geartet diese ausfallen werden, bleibt bislang offen. Wir bitten alle Vereine darum, es nicht soweit kommen zu lassen.

Das Aussetzen des Sportbetriebs und die Schließung der Sportanlagen erfolgt zunächst bis zum 19. April 2020 (Ende der Osterferien). Die Sportbildungswerk Außenstelle in Münster geht dabei sogar soweit, alle Veranstaltungen (Kursangebote, Qualifizierungen und Weiterbildungen) bis einschließlich 1. Mai 2020 einzustellen. Der Stadtsportbund Münster wird ebenfalls alle Veranstaltungen in dem benannten Zeitraum absagen und mit Augenmaß eine Verlängerung der Maßnahmen ggf. auch ohne Beschluss der Landesregierung oder der Stadt zum Wohle der Gesamtheit der Stadtgesellschaft durchführen.

 


13. März 2020, 16:10 Uhr

Aktuelles Schreiben des Landessportbundes:

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kollegen*innen in den Mitgliedsorganisationen des Landessportbundes NRW,

die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland verläuft weiterhin sehr dynamisch. Eine Verlangsamung der Verbreitung ist das wichtigste Ziel aller Verantwortlichen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene. Dies haben die gestrige Pressekonferenz der Bundeskanzlerin mit der Ministerpräsidentenkonferenz und die eben beendete Pressekonferenz des NRW-Ministerpräsidenten sehr deutlich gemacht. Daraus stechen hervor:

  • die Aufforderung, sämtliche nicht unbedingt notwendigen Veranstaltungen abzusagen,
  • die Aufforderung, Sozialkontakte weitgehend einzuschränken,
  • die Ankündigung, dass ab Montag bis vorläufig zum 19. April Kindertagestätten, Schulen und Universitäten ihren Betrieb weitgehend einstellen werden.

Der Landessportbund NRW nimmt dies zum Anlass, sämtliche von ihm und seiner Sportjugend organisierten Veranstaltungen, darunter auch Aus-, Fort- und Weiterbildungskurse ebenfalls bis zum 19. April abzusagen. Außerdem haben wir mit sofortiger Wirkung den Betrieb in unseren Sport- und Erlebnisdörfern Hachen und Hinsbeck und in unserem Sport- und Tagungszentrum Hachen eingestellt.

Zahlreiche NRW-Fachverbände haben darüber hinaus bereits ihren Wettkampfbetrieb aller Altersklassen und Ligen vorläufig eingestellt. Wir planen eine Telefonkonferenz am morgigen Samstag mit den Fachverbänden aus NRW, um die Situation weiter zu beraten und ein möglichst abgestimmtes weiteres Vorgehen zu erreichen.

Es bleibt dabei, dass wir als Landessportbund NRW keine Vorgaben für alle Sporttreibenden, Sportveranstalter, Verbände und Vereine machen können. Rechtlich verantwortlich bleiben die einzelnen Anbieter, Veranstalter und Behörden. Gleichwohl appellieren wir an alle Akteure im organisierten Sport, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung in dieser schwierigen Situation gerecht zu werden und ihren Beitrag dazu zu leisten, dass die Ausbreitung des Coronavirus in NRW verlangsamt wird.

Die Absage von Wettkämpfen, Reisen und sonstigen Veranstaltungen von Sportvereinen, -verbänden und -bünden ist für die Sportvereine, -verbände und -bünde mit großen Unsicherheiten und vielen Fragen verbunden. Wir werden diese Fragen schnellstmöglich bearbeiten und im Laufe der kommenden Woche

  • einen FAQ-Katalog im Internet zur Verfügung stellen sowie
  • eine Servicehotline einrichten.

Bitte richten Sie Ihre Anfragen vorzugsweise schriftlich an die E-Mail-Adresse vibss@lsb.nrw. Das erleichtert eine verlässliche und zügige Bearbeitung.

Wir halten Sie weiter informiert.

Mit freundlichem Gruß

Stefan Klett (Präsident) & Dr. Christoph Niessen (Vorstandsvorsitzender)

 


Stand 13. März 2020, 14:30 Uhr

Vor dem Hintergrund der steigenden Zahl von Corona-Infektionen im Land wurde jetzt ein Erlass des Gesundheitsministeriums an die örtlichen Behörden vorgestellt. Dieser regelt ab sofort den Umgang mit Veranstaltungen. Demnach sollen die örtlichen Behörden Veranstaltungen mit mehr als 1.000 zu erwartenden Besucher*innen grundsätzlich absagen. Alternativ können die örtlichen Behörden beispielsweise bei sportlichen Großveranstaltungen eine Durchführung ohne Zuschauerbeteiligung prüfen.

Bei Veranstaltungen mit weniger als 1.000 zu erwartenden Besucher*innen ist – wie bisher – eine individuelle Einschätzung der örtlichen Behörden der Veranstaltung erforderlich, ob und welche infektionshygienischen Schutzmaßnahmen zu ergreifen sind. Dabei sind die Vorgaben des Robert-Koch Instituts zu beachten. In Anbetracht der Corona-Krise hat die Stadt Münster eine Checkliste für Veranstaltungen erstellt und auf der Homepage der Stadt (https://www.muenster.de/coronainfo.html#eigsymptome) online gestellt. Dort finde Sie auch weitere rechtliche Hinweise zum Thema.

Faktoren, die Übertragungen des sogenannten SARS-CoV-2 begünstigen, sind demnach eine

  • eher risikogeneigte Zusammensetzung der Teilnehmer (viele Personen, Personen mit Grunderkrankungen etc.)
  • eher risikogeneigte Art der Veranstaltung (Dauer, Anzahl und Intensität der Kontaktmöglichkeiten etc.)
  • eher risikogeneigter Ort der Veranstaltung und Durchführung (bereits Infektionen in der Region, bauliche Gegebenheiten des Veranstaltungsortes etc.).

Empfohlenes Verhalten für Sportvereine

Grundsätzlich sollten alle Sportvereine Rücksprache bei ihren Fachverbänden informieren, wie der Umgang mit sportlichen Ereignissen und der Durchführung von Trainings eingeschätzt wird. Bezogen auf Kurs- oder Sportangebote die explizit für und mit den Risikogruppen (z.B. Herzsportgruppen, Rehasport Angebote, Babyturnen etc.) durchgeführt werden, empfehlen wir als SSB Münster unseren Sportvereinen eine sehr genaue Prüfung der Angebote und des Gefahrenpotentials und empfehlen immer im Zweifel die Absage derartiger Angebote.

Bezogen auf einen möglichen Ansprüche der Teilnehmer*innen an Gebührenpflichtigen Sportkursen, die von Vereinen angeboten werden, gilt das nach dem BGB geschlossene Vertragsverhältnis. Dementsprechend gilt es entweder eine Ersatzleistung oder eine (Teil-)Erstattung der Gebühren aufgrund der nicht erbrachten Leistung der Vereine gegenüber den Teilnehmer*innen zu erbringen. Bezogen auf wirtschaftliche Verluste der Vereine bleiben wir im Gespräch mit dem Landessportbund NRW und weiteren kommunalen Partnern. Und hoffen Ihnen in Bälde weitere Informationen zukommen lassen zu können.

Münstersche Sportvereine sollten sich bei Fragen zur Coronavirus-Problematik weiterhin an das Gesundheitsamt Münster unter der Rufnummer 0251/4925377 wenden.

Aktuelle Infos der Stadt Münster zum neuen Corona-Virus sind unter https://www.muenster.de/corona.html erhältlich.

 

Hilfreiche Links

Umfangreiche Informationen finden sich zudem auf der Homepage des NRW-Gesundheitsministeriums.

Weiter Informationen zum Coronavirus bietet auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in einer Videoreihe